175 Jahre Dampfschifffahrt Vierwaldstättersee - 25. August 2012




Bericht: Stefan Degen
Fotos:   Esther Gehrig, Peter Mahler, Bruno Schuler

Das gibt es nur alle 25 Jahre: Eine Parade mit fast allen Schiffen der SGV-Flotte. Anlass dazu: "175 Jahre Dampfschifffahrt auf dem Vierwaldstättersee".
Die fünf Dampfschiffe und elf Motorschiffe stechen ab verschiedenen Uferstationen in See. Das Flaggschiff «Stadt Luzern» und die «Schiller» fahren ab Luzern, die «Gallia» ab Küssnacht, die «Uri» ab Flüelen und die «Unterwalden» ab Alpnachstad.
     
Wir, Vorstand der Dampferfreunde Vierwaldstättersee, sind auf der «Unterwalden» mitgefahren, die pünktlich um 18.45 Uhr in Alpnachstad ablegt. Dann gehts erst mal nach Stansstad, Hergiswil und Kastanienbaum, um weitere Fahrgäste aufzunehmen.
Schade nur, dass das Wetter nicht mitspielt. Es regnet heftig und windet, die Sturmwarnungen laufen. Die Kapitäne und Schiffsführer sind gefordert. Erster Treffpunkt für die «Unterwalden» ist um 20.15 Uhr im Weggisser-Becken.
 
     
  Elf Schiffe bilden die Formation "Linie". Gar nicht so einfach bei dem starken Wind. Der Regen peitscht an die Scheiben. Zu erkennen sind steuerbord das MS «Schwyz» und backbord das MS «Winkelried». Dann beschlagen die Scheiben.Die Sicht auf die Schiffe ist weg. Dafür haben wir mächtig Schlagseite. Auf einmal ertönt ein Signalhorn: Die «Gallia» fährt in Schnellfahrt an uns vorüber. Dann schwankt es heftig. Wo sind wir bloss?
Inzwischen ist es dunkel und noch immer öffnet der
     
Himmel seine Schleusen. Die Schiffe bilden die Parade-Formationen "Halbmond", "Speed" und "Zinnen". Wir sind mit 14 weiteren Schiffen im Küssnachter-Becken angekommen. Jetzt bilden die Schiffe eine Einerkolonne - die Formation "Küssnacht". In der Mitte steht  der Katamaran  «Cirrus» mit Polo Hofer und Band als schwimmende Bühne.  Die Schweizer Mundartrocker spielen, was das Zeugs hält. 21.20 Uhr: Die «Unterwalden» fährt an der Station Küssnacht vorbei. Seitwärts schauend haben die   
     
  Passagiere einen eindrücklichen Blick auf den ganzen Schiffskonvoi.
Ein zweites Mal fahren wir an «Cirrus» vorbei, der in grellen Farben erleuchtet ist. "Alperose" dröhnt es vom Schiff herüber. Polo Hofer gibt seinen alten Hit zum Besten. Wir winken hinüber zu den Musikern.Es folgt der Höhepunkt: die "Schlussparade": 14 Schiffe bilden eine Gasse. MS «Cirrus» fährt hindurch und verabschiedet sich. Es folgt das Flaggschiff «Stadt Luzern», auf dem die Gäste der SGV fahren.  
     
Endlich ertönen so richtig schön und lang die Schiffsignale. Um 21.55 Uhr ist die Jubiläumsparade offiziell zu Ende. Die Schiffe steuern wieder ihren Ausgangspunkt an oder fahren Richtung Luzern.
Die «Unterwalden» nimmt Kurs auf Stansstad und Alpnachstad.  Kapitän Hans-Peter Mosimann taucht im Erstklass-Salon auf. Er bilanziert: "Es esch schtrub gsi".  Er und Schiffsführer Cyrill Obrist hatten mit dem starken Wind zu kämpfen. Vor allem die Abdrift sei ein Problem gewesen  - das seitliche Abtreiben des
 
Schiffes vom angestrebten Kurs. Doch Mosimann ist zufrieden mit der Paradenfahrt.  Mit voller Kraft geht es Richtung Luzern. Es ist kurz nach Mitternacht, als die «Unterwalden» in der Werft anlegt. Die letzten Passagiere gehen gelöst und in lockerer Stimmung von Bord. Diese Flottenparade vom 25. August 2012 bleibt als spezielles Erlebnis in einer stürmischen und regnerischen August-Nacht nachhaltig  in Erinnerung.
 
 
> Bildergalerie der Flottenparade

     
Medienberichte
   
> Bote der Urschweiz vom 25.08.2012    
> Zentralschweiz am Sonntag vom 26.08.2012    
> Anzeiger Luzern vom 29.08.2012    
> Urner Wochenblatt vom 29.08.2012    
> Urner Wochenblatt vom 22.09.2012    
> Urner Wochenblatt vom 26.09.2012